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Leitlinie invasive elektrophysiologische Diagnostik

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Literaturnachweis: Clinical Research in Cardiology Band 96, Nr. 9
Clin Res Cardiol · 96:634–651 (2007)

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Autoren

S. Willems · L. Eckardt · E. Hoffmann · H. Klemm · H.F. Pitschner · C. Reithmann · J. Tebbenjohanns · B. Zrenner

Zusammenfassung

Für die Diagnostik bradykarder Rhythmusstörungen spielt die EPU insgesamt eine untergeordnete Rolle. Hier haben sich die Empfehlungen nicht substanziell geändert, da sich auch die Studienlage in den letzten Jahren nicht wesentlich erweitert hat. Allerdings hat die Zurückhaltung bezüglich einer EPU in diesem Zusammenhang insgesamt eher zugenommen. Im Zeitalter von modernen Event-Recordern und Schrittmachersystemen ist eine EPU zur Entscheidungsfindung bei bradykarden Rhythmusstörungen absoluten Einzelfällen vorbehalten. Die invasive Diagnostik bei supraventrikulären Tachykardien sollte heute nur in Kombination mit der Möglichkeit einer Katheterablation in gleicher Sitzung erfolgen. Eine alleinige EPU zur Abklärung des Me- S. Willems et al. 645 Leitlinie invasive elektrophysiologische Diagnostik chanismus einer dokumentierten SVT ist aufgrund der kurativen Therapieoption einer Katheterablation nicht gerechtfertigt. Neu im Vergleich zu den letzten Leitlinien ist, dass es sowohl nach überlebtem plötzlichem Herztod als auch zur seriellen medikamentösen Testung keine grundsätzliche Indikation zur PVS mehr gibt. Hier muss unabhängig vom Ergebnis einer PVS unter Berücksichtigung der linksventrikulären Ejektionsfraktion die Indikation zur Implantation eines ICD (evtl. in Kombination mit einer Resynchronisationstherapie) evaluiert werden. Bei langem QT-Syndrom hat die PVS keinen prädiktiven Wert und somit keine klinische Indikation. Widersprüchlicher ist die bisher limitierte Datenlage beim Brugada-Sydrom. Die EPU wird heute gezielt insbesondere bei Patienten mit kardialer Grunderkrankung zur Synkopendiagnostik eingesetzt. Essentiell ist die sorgfältige Voruntersuchung und Patientenauswahl. Es sollte insbesondere bei herzgesunden Patienten durch wiederholtes EKG-Monitoring, ggf. mit Einsatz moderner Ereignisrekorder, nur im Einzelfall bei höhergradigem Verdacht auf eine rhythmogene Genese eine invasive elektrophysiologische Diagnostik erfolgen. Insgesamt heißt es im Vergleich zu den früheren Leitlinien: „Weniger ist mehr“. Das bedeutet, dass die EPU weiterhin ein wichtiger Baustein der rhythmologischen Diagnostik der verschiedenen o. g. Krankheitsbilder darstellt. Allerdings sollte dieses diagnostische Instrument nach der heutigen Datenlage nur dann eingesetzt werden, wenn von ihrem Ergebnis eine Therapieentscheidung (z. B. ICD-Implantation, Katheterablation) erwartet wird.

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